Nano in der Berufsausbildung
Im schweizerischen Berufsbildungssystem findet die Berufsausbildung zum einen im Lehrbetrieb und zum anderen in der Berufsfachschule statt. Im ausserbetrieblichen Bereich werden berufsspezifische Grundlagen und Fertigkeiten vermittelt und ergänzend dazu allgemeinbildende Lerninhalte thematisiert.
Technologische Entwicklungen sind für Berufslernende ein wichtiges Thema, weil die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen zunehmend von ihren Innovationen abhängt. In diesem Zusammenhang spielen auch Mikro- und Nanotechnologien eine immer bedeutendere Rolle. Trotzdem besitzen sie in den Lehrplänen der verschiedenen Ausbildungsberufe und im allgemeinbildenden Unterricht noch nicht den ihnen angemessenen Stellenwert.

Themenfelder
Mikrotechnologische Anwendungen sind heute in unserem Alltag bereits so weit verbreitet, dass sie kaum mehr als eigenständige Technologieentwicklungen wahrgenommen werden (Beispiel Informations- und Kommunikationstechnologien). Im Gegensatz dazu finden Nanotechologien noch keine flächendeckende Verbreitung. Einzelne Anwendungen haben sich in einigen Brachen und Berufsfeldern aber bereits fest etabiliert. Dabei ist die ganze Wertschöpfungskette von Forschung, über Entwicklung und Produktion bis hin zu Verkauf, Nutzung und Entsorgung involviert. Im Baubereich werden beispielsweise Farben verwendet, die nanoskaligeGrössenbereich zwischen 1 und 100 Nanometern. Komponenten enthalten, oder Gläser verarbeitet, die mit Nanobeschichtungen veredelt sind. Aber auch kaufmännisch Tätige kommen durch den Verkauf von Nano-Konsumprodukten (z.B. Textilien oder Sportgeräte) mit der Thematik in Kontakt.
Weiterbildung
In der Schweiz gibt es diverse Weiterbildungsangebote im Bereich Nanotechnologie, die sich an Berufsleute oder Lernende richten. Der Umfang der Ausbildungen reicht von mehrtätigen überbetrieblichen Kursen für Berufslernende bis zu mehrsemestrigen Lehrgängen an Höheren Fachschulen oder Fachhochschulen. Dabei können Technikerdiplome, Bachelor- oder Masterabschlüsse in Mikro- und Nanotechnologie erworben werden. Die folgende Aufzählung zeigt eine Auswahl möglicher Wirkungsorte für Nano-Expertinnen und Experten:
- Mikro- oder Medizintechnikfirmen
- Forschungs- und Entwicklungslabors
- Betriebe, die mikroelektronische, mikro- und nanotechnische Geräte entwickeln und produzieren
- Pharmazeutische Firmen
- Firmen und Institute der Biotechnologie
- Firmen mit Schwerpunkt Oberflächentechnologie (Textil, Oberflächen, Galvanik)
- Firmen im Bereich Umwelttechnik

