Begleitende Risiko-Forschung
Die Erforschung möglicher Risiken findet häufig erst während der Entwicklung einer neuen Technologie statt, als sogenannte Begleitforschung oder als integrierte Risikoforschung [47]Rossini et al. (2009): Von begleitender zu integrierter ELSIForschung am Beispiel der Nanowissenschaften und Nanotechnologien (NuN).. Das bedeutet, dass bei allen Forschungs- und Entwicklungsprojekten ein bestimmter Teil des Geldes und der Zeit für Abklärungen möglicher Risiken eingesetzt werden soll. Was auf dem Papier logisch tönt, ist in der Umsetzung nicht automatisch gewährleistet. Es braucht beträchtliche Anstrengungen, damit die Risikoforschung mit der technischen und kommerziellen Entwicklung einer neuen Technologie Schritt halten kann.
Wer sich mit der Bewertung der möglichen Risiken von Nanotechnologien beschäftigt, muss wissen, wie der Begriff "Risiko" definiert ist. Interessant ist auch die Frage, wie Technologie-Risiken gemessen und verglichen werden können - besonders dann, wenn die Grundlagen zur Risikobewertung wie im Fall der Nanotechnologien noch lückenhaft sind.
Nanotoxikologie und Grenzwerte
Die rasch wachsende Zahl an Anwendungen und Produkten, die synthetischeSynthetisch bedeutet: Gezielt und künstlich hergestellt. NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. oder NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. einsetzen, hat zu Bedenken über mögliche neue gesundheitliche Risiken geführt. Diese Bedenken sind teilweise in den Erfahrungen mit anderen Kleinstteilchen (Feinstaub) begründet, teilweise stammen sie aus Erfahrungen mit früheren Technologie-Entwicklungen.
Ob diese Bedenken in Bezug auf synthetischeSynthetisch bedeutet: Gezielt und künstlich hergestellt. NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. berechtigt sind, ist Gegenstand vieler aktueller Untersuchungen. Die Forschungdisziplin der Nanotoxikologie befasst sich mit den Wirkungen und Wirkungsweisen von NanopartikelnTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. auf Lebewesen und die Umwelt. Für eine Risikobeurteilung muss jedoch neben dem Verständnis der (schädlichen) biologischen Wirkungen immer auch die ExpositionAusgesetztsein gegenüber bestimmten äusseren Einflüssen. berücksichtigt werden, da nur eine Kombination beider Faktoren ein Risiko bedeuten kann (siehe auch Kapitel "Risiken definieren").
Grenzwerte spielen bei der Formulierung von Gesetzen, Vorschriften und Empfehlungen und in der Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle. Grenzwerte geben Auskunft darüber, welche Konzentration eines Stoffes in der Umgebung und in Nahrungsmitteln nicht überschritten werden darf. Das Festlegen von Grenzwerten setzt jedoch ein vertieftes Verständnis der Wirkungen und Wirkmechanismen des jeweiligen Stoffes voraus. Diese Grundlagen zu erarbeiten ist ein wichtiges Ziel der Risikoforschung.
>> mehr zu Schwellen- und Grenzwerten im Swiss Nano-Cube Fokus
Wer erforscht die Risiken?
Aufgrund der geltenden Gesetze sind Unternehmen, die NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. herstellen oder in Produkte einbauen, für die Sicherheit ihrer Arbeitnehmer in der Produktion und für die Sicherheit ihrer Produkte auf dem Markt verantwortlich. Das gilt nicht nur für Nanoprodukte, sondern ganz allgemein. Da zudem ein Schadenfall sehr viel Geld kosten und das Ansehen eines Unternehmens dauerhaft schädigen kann, wird Risikoforschung zu einem bedeutenden Teil in den Unternehmen selbst durchgeführt.
Neben der Risikoforschung durch die Industrie gibt es viele verschiedene öffentliche Forschungsprogramme. Die Europäische Union finanziert beispielsweise im Rahmen des laufenden siebten EU-Forschungsprogrammes (FP7) verschiedene Projekte zur Erforschung von Nanorisiken, an denen sich auch Schweizer Forscherinnen und Forscher beteiligen können.
Zudem sollen in der Schweiz im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Chancen und Risiken von NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension." (NFP 64) in den Jahren 2010-2015 grundlegende wissenschaftliche Kenntnisse über NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. erarbeitet und damit Voraussetzung und Basis für Empfehlungen und geeignete Massnahmen bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung von NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. geschaffen werden.
>> mehr zu den rechtlichen Grundlagen im Kapitel "Technologie & Gesellschaft"
>> mehr zur Schweizer Nano-Forschungslandschaft im Kapitel "Wissenschaft und Forschung"


