Sicherer Umgang mit Nanomaterialien
Die Beschäftigung mit der Sicherheit und den Risiken der Nanotechnologie soll einen verantwortungsvollen Umgang mit der neuen Technologie ermöglichen, ohne auf deren Chancen verzichten zu müssen.
Chance und Risiko liegen (auch) bei synthetischenSynthetisch bedeutet: Gezielt und künstlich hergestellt. NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. oft nahe beieinander. So werden neuerdings Aluminium-NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. als hoch reaktiven Raketentreibstoff diskutiert [48]Connell et al. (2011): Combustion of alane and aluminum with water for hydrogen and thermal energy generation. - am Arbeitsplatz kann dieselbe hohe ReaktivitätFähigkeit eines Stoffes, eine chemische Reaktion einzugehen. bei unsachgemässer Handhabung allerdings eine Gefahr darstellen.
Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. am Arbeitsplatz ist die Einhaltung von angemessenen Vorsichts- und Sicherheitsmassnahmen und die frühzeitige Abklärung und Beobachtung der möglichen Risiken [54]Wurster et al. (2009): Nanomaterialien - Arbeitsschutzaspekte.. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hielt jedoch im Januar 2011 fest, dass "in Untersuchungen bei Arbeitnehmenden mit ExpositionenAusgesetztsein gegenüber bestimmten äusseren Einflüssen. gegenüber NanopartikelnTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. [...] bisher in westlichen Industrienationen keine spezifischen Berufskrankheiten beobachten worden sind" [49]Jost et al. (2011): Factsheet - Nanopartikel und ultrafeine Partikel am Arbeitsplatz..
Wie bei allen anderen Stoffen gelten auch für Hersteller, Verarbeiter und Vermarkter von NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. und Nanoprodukten eine Reihe an gesetzlichen Anforderungen, welche verlangen, dass die Sicherheit der Materialien beurteilt, relevante Informationen entlang der Lieferkette ausgetauscht werden, die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz vor schädlichen Einwirkungen geschützt werden, und nur sichere Produkte auf den Markt kommen [56]OSHA: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Vorsorgeprinzip
Das Vorsorgeprinzip ist ein Grundsatz, nach dem Belastungen bzw. Schäden an der Umwelt oder für die menschliche Gesundheit vermieden oder weitestgehend verringert werden sollen, selbst wenn allfällige Risiken wissenschaftlich noch nicht schlüssig nachweisbar sind. Das Vorsorgeprinzip ist in der schweizerischen und europäischen Gesetzgebung ein zentrales Prinzip, besonders im Umwelt- und Gesundheitsschutz [50]Rippe (2001): Vorsorge als umweltethisches Leitprinzip. [51]Europäische Kommission (2000): Die Anwendbarkeit des Vorsorgeprinzips..
Gerade bei den synthetischenSynthetisch bedeutet: Gezielt und künstlich hergestellt. NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension., wo zwar verschiedentlich Hinweise auf mögliche Gefährdungen vorhanden sind, sich diese aber wissenschaftlich noch nicht abschliessend bewerten lassen, spielt das Vorsorgeprinzip damit auch eine wichtige Rolle [52]Bachmann (2007): Synthetische Nanopartikel und das Vorsorgeprinzip - Eine ethische Analyse..
Der im Auftrag der Schweizer Bundesämter für Gesundheit und für Umwelt erarbeitete Vorsorgeraster für Synthetische Nanomaterialien bietet Industrie und Gewerbe ein strukturiertes Vorgehen zum Erkennen möglicher Risiken im Umgang mit synthetischenSynthetisch bedeutet: Gezielt und künstlich hergestellt. NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. auf der Grundlage einer begrenzten Anzahl von Bewertungsparametern.
Das Vorsorgeprinzip kann unterschiedlich stark ausgelegt werden. Eine strenge Auslegung würde bedeuten, dass beim Fehlen wissenschaftlicher Beweise über die Unbedenklichkeit einer nanotechnologischen Anwendung diese ganz vermieden werden müsste ("Enthalte Dich im Zweifel"). Die schwache Auslegung erlaubt auch bei Unsicherheit zu handeln, fordert aber verhältnismässige Vorsichtsmassnahmen ("Sorge vor, aber handle") [50]Rippe (2001): Vorsorge als umweltethisches Leitprinzip..
Nanopartikel am Arbeitsplatz
NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. und nanotechnologische Prozesse werden bereits heute in vielen Produkten und Branchen angewendet, und auch für die Zukunft wird mit einem raschen Wachstum gerechnet [1]Meili, C. et al. (2007): Synthetische Nanomaterialien. Risikobeurteilung und Risikomanagement. Grundlagenbericht zum Aktionsplan.. Ein wichtiger Bereich, wo NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. bereits heute von Bedeutung für die Gesundheit des Menschen ist, ist damit vor allem der Arbeitsplatz [54]Wurster et al. (2009): Nanomaterialien - Arbeitsschutzaspekte.. Hier werden die NanomaterialienObjekte, Verbunde oder Strukturen mit Abmessungen von 1-100 Nanometern in mindestens einer Dimension. hergestellt, weiterverarbeitet und in Produkte eingebaut.
Vor diesem Hintergrund wurde am Schweizer Institut für Arbeit und Gesundheit (IST) die Studie "Nano-Inventar" durchgeführt. Die Studie untersuchte, in welchem Ausmass NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. bereits in der Schweizer Industrie eingesetzt werden, wie viele Arbeitnehmer damit potentiell in Kontakt kommen und welche Schutzmassnahmen angewendet werden [55]Schmid et al. (2008): Swiss Nano-Inventory - An assessment of the usage of nanoparticles in Swiss industry..
Das Nano-Inventar ergab, dass hochgerechnet fast 600 Schweizer Unternehmen NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. einsetzen. In diesen Firmen arbeiten rund 1300 Personen an Arbeitsplätzen, wo NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. zum Einsatz kommen. Nanopartikel-AnwendungenTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. gibt es vorwiegend in der chemischen Industrie, bei Automobil-Zulieferern, Elektrotechnik-Unternehmen, allgemeinem Handel, Oberflächen-Behandlungsfirmen, Keramik- und Glasbetrieben sowie in der Stein-Behandlung [55]Schmid et al. (2008): Swiss Nano-Inventory - An assessment of the usage of nanoparticles in Swiss industry..
In den meisten Betrieben wurden NanopartikelTeilchen, die in allen Dimensionen 1-100 Nanometer gross sind. allerdings nur in geringen Mengen eingesetzt. Sowohl Jahresumsatz als auch Lagermenge überschritten selten mehr als einige hundert Kilogramm [55]Schmid et al. (2008): Swiss Nano-Inventory - An assessment of the usage of nanoparticles in Swiss industry..


