Startschuss Microcity
Mai 2011
Neubau für 600 Forscher: In Neuenburg entsteht die Microcity, ein Zentrum für Nano- und Mikrotechnik. Die Forschungsfirma CSEM und ETH Lausanne entwickeln hier Spitzenprodukte für die Industrie.
In Neuenburg arbeiten heute 280 Leute für das CSEM, zwei Drittel von ihnen sind Wissenschafter. Zählt man die weiteren Standorte hinzu, beschäftigt das CSEM 400 Mitarbeiter. Bald werden es noch mehr sein: Im September 2013 soll der Neubau in Neuenburg bezugsbereit sein. Das "Microcity" genannte Projekt vereinigt das CSEM, Spezialisten von der ETH Lausanne sowie einen Inkubator für Jungunternehmen. Insgesamt sollen hier rund 600 Forscher arbeiten. Zudem werden zehn Lehrstühle geschaffen, vor allem in der Nanotechnologie, in Mikrosystemen, angewandter Optik, Photovoltaik, nachhaltigen Energiesystemen, elektronischen Schaltungen und Signalbearbeitung. Einer der neuen Lehrstühle auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnologie für Uhren wird von der Genfer Manufaktur Patek Philippe finanziert.
Das CSEM zeigt, dass es für Industriefirmen lohnend ist, die Herstellung als Kernkompetenz zu behalten: Bei der Weiterentwicklung der Herstellungs-prozesse und Produkte werden wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Die Uhrenindustrie hat viele Entwicklungen vorangetrieben, die auch der Medizinaltechnik zugutekommen.
Forscher am CSEM haben zum Beispiel für die Europäische Weltraumorganisation ein «intelligentes» T-Shirt entwickelt, das Astronauten bei der geplanten Mars-Mission um 2030 tragen könnten. Das zweischichtige T-Shirt misst die Parameter für ein Elektrokardiogramm, Atmung, Temperatur und den Blutdruck. Die arterielle Sauerstoffsättigung ermittelt es, indem bei der Durch-leuchtung der Haut die Lichtabsorption gemessen wird. Jetzt wird das T-Shirt in der Antarktis erprobt. Das CSEM arbeitet mit etablierten Firmen zusammen, hat aber auch Anstoss zur Gründung von 29 Jungunternehmen gegeben. Sie beschäftigen heute über 500 Mitarbeiter.
Nanophotonik-Chip vorgestellt
Dezember 2010
Forscher von IBM haben einen Nanophotonik-Chip vorgestellt, der optischeOptische Eigenschaften: Fähigkeit eines Materials, mit Lichtwellen zu wechselwirken. und elektrische Komponeneten vereint. Die optischenOptische Eigenschaften: Fähigkeit eines Materials, mit Lichtwellen zu wechselwirken. Elemente beschleunigen innerhalb des Chips die Datenübertragung und erhöhen die Integrationsdichte (Anzahl Transistoren pro Flächeneinheit auf integrierten Schaltkreisen) . Solche "optoelektronischen" Komponenten sind schon seit rund 30 Jahren Gegenstand der Forschung. Neu ist aber, dass sie mit herkömmlichen Produktionsmethoden gefertigt werden können.
Neues Nano-Labor
November 2010
Die ETH Zürich und IBM haben 2009 den Bau eines gemeinsamen Nano-Forschungslabors begonnen mit dem Namen Nanoscale Exploratory Technology Laboratory. Der Neubau hat ein Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Franken. Ein Drittel davon wird für die technische Infrastruktur aufgebracht. Bis 2011 soll auf dem Gelände der IBM in Rüschlikon eine 6000 m2 grosse Forschungsumgebung entstehen. Allein 900 m2 sollen für Reinräume - ausgestattet mit 50 teils massgefertigten Instrumenten - zur Verfügung stehen. Geforscht wird an alternativen Materialien für Silizium, dem bisherigen Grundstoff für die Halbleiterindustrie. Daneben stehen Nanodrähte, Magnetismus und carbon-basierteChemisches Element, Symbol „C“, Ordnungszahl 6, Masse 12.011. Entwicklungen im Fokus von Forschungsprojekten. Das Forschungszentrum soll zudem mit Speziallabors für extrem sensitive Messungen und Experimente ausgestattet werden. Durch eine hohe Abschirmung werden die Laborräume vor Erschütterungen, elektromagnetischen Feldern und Temperaturschwankungen geschützt.
Nobelpreis für Graphen
Oktober 2010
Der Nobelpreis für Physik ging 2010 an die Forscher Andre Geim und Konstantin Novoselov von der britischen Universität Manchester. Die Forscher haben eine Methode gefunden um Graphen herzustellen, die einerseits spielerisch und andererseits genial ist. Mithilfe eines Klebebandes gelang es ihnen, einzelne Graphitschichten, eine Million Mal dünner als ein Blatt Papier, zu isolieren.
Graphen ist ein zweidimensionaler atomarer Kristall. Er besteht aus einer Lage Kohlenstoffatome, die bienenwabenartig angeordnet sind. Graphen ist das erste zweidimensionale Material, das in der Natur bis zum heutigen Zeitpunkt beobachtet werden konnte. Neben Kohlenstoffröhrchen (engl. Carbon NanotubesWinzige Röhrchen aus einem Gitter aus Kohlenstoffatomen.) und Kohlenstoffbällchen (Fullerene) ist Graphen die dritte besondere Form des nanoskaligenGrössenbereich zwischen 1 und 100 Nanometern. KohlenstoffsChemisches Element, Symbol „C“, Ordnungszahl 6, Masse 12.011..
Die Geschwindigkeit des Technologietransfers ist im Falle von Graphen erstaunlich. Der südkoreanische Elektronik-Hersteller Samsung plant bereits für 2012 einen Flachbildschirm auf der Basis von Graphen. Das Material hat die besonderen Eigenschaften, dass es für Gase undurchlässig ist und eine sehr gute Strom- und Wärmeleitfähigkeit besitzt. Für die Elektronikbranche ergeben sich daraus interessante Anwendungsmöglichkeiten.

